Was Sie über die Blutegel wissen sollten

Blutegel

 

Nice to know:

Während der Behandlung wird von den Blutegeln nicht nur Blut des Patienten aufgenommen, sondern auch Speichel abgegeben und in den Blutkreislauf gegeben. Der Speichel des Blutegels enthält rund 100 bioaktive Substanzen, von denen heute gerade mal knapp 25 bekannt sind.

Darunter sind unter anderem:

Hirudin - hemmt die Blutgerinnung, lymphstrombeschleunigen
Eglin - entzündungshemmend
Hyaloronidase - antibiotische Wirkung, lokale Gefässerweiterung
Destabilase L - Auflösung von Blutgerinnseln
Calin - bewirkt die Nachblutung der Bissstelle und nimmt eine reinigende Funktion ein
Hementin und Orgelase - haben eine durchblutungsfördernde Wirkung
Apyrase - Hemmung der Zusammenklumpung der Thrombozyten


Zudem hat der Speichel eine analgetische, also schmerzausschaltende Wirkung und macht verhärtete Narben weich.

Der Blutegel hat am Vordernapf drei Kiefer wobei jeder Kiefer je 80 Calcit-Zähnchen enthält.

 

Der Saugvorgang eines Egels dauert im Schnitt 30-90 Minuten. Der Egel gewinnt dadurch das 6-10-fache seines Körpergewichts und nimmt 25 bis 40 Milliliter Blut auf.

 

Als Faustregel gilt: bei akuten Beschwerden reichen in der Regel 1-2 Behandlungen, bei chronischen Leiden sollten mehrere Behandlungen über einen längeren Zeitraum (Wochen bis z.T. Monate) durchgeführt werden. 


VOR der Behandlung:

Es sollten 4 Tage bis 1 Woche vor der Behandlung keine Salben, Gels oder Spot-On’s auf das Tier aufgetragen werden.

Bei Schwellungen kühlt man in den Tagen vor der Behandlung am besten mit Wasser.

Das Tier soll in einem gepflegten Zustand sein, d.h: das Fell ist sauber und ohne Verschmutzungen oder Verklebungen. Dies mindert das Risiko einer Infektion. Bei der Behandlung muss oftmals die Beissstelle des Blutegels geschoren oder rasiert werden.

WÄHREND der Behandlung:

Es ist möglich, dass die Blutegel aufgrund von «fehlendem» Appetit nicht beissen wollen. Normalerweise hat der Egel nach 20 Minuten angebissen und arbeitet, ansonsten muss die Behandlung abgebrochen und verschoben werden.

Hier sind Witterungseinflüsse, Stress, Hektik oder Lärm Störfaktore, die die Egel beeinträchtigen können.

Es kann sein, dass das zu behandelnde Tier beim Ansetzen und beim Biss des Blutegels etwas nervös reagiert oder sich kratzen will. Dieses Verhalten ist normal, jedoch kehrt während des Saugprozesses oftmals Ruhe und Entspannung beim Tier ein.

Der Tierhalter sollte auf jeden Fall genügend Zeit für die Therapie einplanen, das heisst etwa 2-3 Stunden.

NACH der Behandlung:

Die Egel werden nur einmalig verwendet. Sie dürfen weder auf ein anderes Tier noch sonst wie weiterverwendet werden, da nach einer Behandlung das Risiko einer Infektion durch Wiederansetzen zu gross ist. Deshalb nehme ich die Egel mit nach Hause und friere diese ein. Dies ist meines Erachtens die sanfteste Art der Tötung, da die Egel nach der Mahlzeit bereits sehr träge sind und so quasi einschlummern werden.

Die Bissstellen beim Patienten werden und sollen bluten. Dies kann bis zu 24 Stunden andauern und ist normal. Es empfiehlt sich wenn immer möglich, bei Tieren die nicht im Haushalt leben, keinen Verband anzulegen, sondern die Blutung frei laufen zu lassen und erst nach ein paar Stunden das Blut abzuwaschen. 
Das weitere Vorgehen (Folgebehanldungen, etc.) bespreche ich gerne mit Ihnen während der Behandlung.